► Randnotiz: Ahrenshoop, Du sommerblaue Schwitznudel


[…] Am Wasser sitzen zwei Sekt saufende Tanten auf zwei in den Sand gestanzten Stühlen zwischen den vernagelten Strandkörben. Sie winken und prosten mir hinter dem feuchten Wind zu. Ich kämpfe mich wie ein Küstenkamel durch das Ufer in Richtung Kurhaus, das sich wie ein Stapel riesiger Schachteln hinter der Böschung verschanzt. Sogar einen Schirm habe ich dabei. In der Bunten Stube kaufe ich ganz gelassen ein Buch und setze mich noch ein bisschen einfach so in den Regen. Ahrenshoop, ich bin dir ein guter Seebadbesucher. […]

Arancini und Bier

► Reisetagebuch, Sizilien 2017 – Dritter Eintrag


In der Kategorie „Reisetagebuch“ schreibt Martin Hiller hier von Urlaub, Reisen, Ferien und anderen, tendentiell in der Ferne verbrachten Freizeiten. Vom  Lost Baggage fehlt immer noch jede Spur. Immerhin finden sich nun, nach einigen Tagen ohne Rasierer, aber Spuren von einem Bart in meinem Urlaubsgesicht. Mein Bartwuchs ist generell kein besonders starker. Trotzdem oder gerade […]


► Reisetagebuch, Sizilien 2017 – Zweiter Eintrag


Nach neun Stunden flight delay und lost baggage kommen wir doch noch in Sizilien an. Als Ersatz kaufe ich mir meine erste kurze Hose seit Kindertagen.

Wo die Wolken siruplangsam, weiss und hochgestapelt stehen wie steif geschlagene Sahne.

► Reisetagebuch, Sizilien 2017 – Erster Eintrag


Warten auf Air Berlin. Den ersten Urlaubstag verbringen wir in der Starship-Troopers-Architektur vom Flughafen Tegel. Mit wütenden Touristen und Gewitter.


► Reisetagebuch, Kreta 2016 – Siebenter Eintrag


[…] Nach einer längeren, schwippswegen auch zeitlosen Wanderschaft barfuß am Strand entlang, parallel zu den vom Mond gewässerten Gischtspitzen, lassen wir uns nieder auf den, jetzt nachts mietfrei zu habenden, unbevölkerten Pritschen, strecken liegend die Füße in den Nachtwind und nehmen hin und wieder einen Schluck. Der Strand ruht. Das Meer ufert endlos auf den mondbesalbten Sand. Die Nacht atmet ihren ruhigen Rhythmus. Der sternenbeschriftete Inselhimmel wie ein großes, leuchtendes Segel über unseren Schultern, lakritzschwarz aufgefaltet über der Höhlung der Bucht. Gelegentliches durchs Uferwasser waten, trauten und matten Gedanken nachfüßeln. Gischwärtiger Sand strudelt um die Ferse. Keine Termine. Leicht einen sitzen. COSMIC BALANCE. Retsina auf den Lippen und das gute Gefühl einer längst fälligen Entspannung im Nacken, wie nach einer beiläufigen, kumpelhaft zupackenden Kurzmassage eines lang gekannten Freundes. […]


► Reisetagebuch, Kreta 2016 – Sechster Eintrag


Hier im kleinen Hotel gibt es einen Gast, den wir heimlich Werner nennen. Wir wissen seinen Namen und seine Herkunft nicht. Er redet nie. Wir finden, der ihm von uns verliehene Behelfsname steht ihm und dem Eindruck eines Alt-68ers, den er auf uns macht, ganz gut. Sein Frühstück besteht aus Kippe, Kaffee (drei gehäufte Löffel […]


► Reisetagebuch, Kreta 2016 – Fünfter Eintrag


Als wäre es nicht schon alles schön genug hier, es gibt auch noch NOCH schönere, jedenfalls als solche von Reiseführern angepriesene und von der touristischen Kleinindustrie entsprechend mit Ausflugsangeboten bediente Spots. Am westlichen Rand Kretas treffen sich drei Meere. Klingt wie der Anfang eines Witzes, hat aber keine Pointe; es ist ganz einfach – ohne […]


► Reisetagebuch, Kreta 2016 – Vierter Eintrag


Wir sind ja hier am Meer und alles. Wo ein Meer ist, ist auch ein Strand. Wer an der See wohnt oder sonst einen innerlichen, im Gefühlshaushalt als Sehnsuchtsort verankerten Bezug dazu hat, weiss um die Schönheit der See. Vom Strand her schmeisst die Seele (da steckt die SEE im Wort ja schon drin!) ihren […]


► Reisetagebuch, Kreta 2016 – Dritter Eintrag


Natürlich geht man hier auch mal wandern. Die strapaziöseste Strecke durch schattenloses Gebirgsgelände bewandert man natürlich in der Mittagshitze. Unsere Route führt erstmal, über Serpentinen, raus aus den Orten, rein „in den Berg“. Klingt reinholdmessnerhafter, als es letztlich war, aber doch treffend für jemanden wie mich, der „das Gehen“ sonst als gedankenlose Nebensache, eher also […]


► Reisetagebuch, Kreta 2016 – Zweiter Eintrag


Stromkästen und Lüftungsanlagen hängen marode an den Häusern. Palmen brechen hinter, sich hängend durch die Landschaft schlängelnden, Hochspannungsleitungen das von den Bergen her ballernde Sonnenlicht. Im Inneren der glutheißen Stadt heben sie sich wie Riesen mit wirren Haaren hinter den alten, kalkweissen Häusern und ihren tagsüber zugeklappten Fensterläden hervor.Die Sonne steht obenrum rum; nicht in […]


► Reisetagebuch, Kreta 2016 – Erster Eintrag


Die kleine Stadt in der wir hier urlaubend wohnen gibt sich angenehm wenig touristisch. Man begegnet eben also auch den Betriebsamkeiten des kretischen Alltags, der hier an der Küste natürlich sicher voll auf Tourismus gemünzt ist. Die beuligen Kleinlaster lastern mit ihren Lieferungen, Gütern und Energie- und Wasserversorgungsnetzinstandhaltungsapparaten durch die engen, alle irgendwie zum Markt […]